Kredit aufnehmen

Eins vorneweg: eine Kreditanfrage ist normalerweise kostenlos.

Es gibt zweckungebundene Ratenkredite und zweckgebundene wie Auto- oder Immobilienkredite. Bei letzteren werden meist die Beleihungsobjekte als Sicherheit genommen. Des weiteren existieren noch der Dispokredit bei einem Geldinstitut und der Privatkredit.

Voraussetzung für die Aufnahme eines Kredites ist prinzipiell die Volljährigkeit. Ein Kredit funktioniert so, dass man gegen Zahlung von Gebühren (Zinsen) von einer Institution oder Privatperson einen Geldbetrag geliehen bekommt. Beim Raten- und Privatkredit werden die Rahmenbedingungen wie Höhe des Geldbetrages, Höhe der Zinsen, Kreditlaufzeit und monatliche Rückzahlungsraten exakt in einem Kreditvertrag festgelegt.

Der Ratenkredit ist der am häufigsten in Anspruch genommene Kredit. Er wird von fast allen Banken zu einem vorher festgelegten Zinssatz angeboten. Die Rückzahlung erfolgt in monatlichen Raten bei einer maximalen Laufzeit von 10 Jahren. Der Kreditrahmen bewegt sich zwischen 1.000 und 100.000 Euro. Es ist auch die Vereinbarung größerer Teilraten (Sondertilgung) möglich und dies sollte bei Wunsch auch so dokumentiert sein. Damit verkürzt sich dann auch die Laufzeit.

Eine Lohn- und Gehaltsabtretung ist standardmäßig als Sicherheit im Vertrag vereinbart, dieser wird meist in die Schufa eingetragen und es wird oft eine einmalige Bearbeitungsgebühr, die zwischen 2 und 3,5% der Kreditsumme liegt, erhoben. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten der Kreditsicherung wie zum Beispiel Bürgschaft oder Grundpfandrecht.

Ein Kreditrechner kann bei der Kalkulation sehr hilfreich sein.

Der Dispositionskredit, besser als Dispo bekannt, wird von der Bank beim eigenen Konto eingeräumt und ist eine Art Darlehen. Somit kann das Girokonto bis zu einem gewissen Betrag überzogen werden.

Die Bank informiert den Kunden entweder postalisch oder auf einem Kontoauszug über die Modalitäten, also über den Kreditrahmen (die Höhe des Kredites) und die Höhe des Zinssatzes. Bei Unklarheiten einfach mal bei der Hausbank nachfragen. Voraussetzung für einen Dispokredit sind laufende – also regelmäßige – Eingänge wie Gehalt oder Rente. So wird gewährleistet, dass der Kredit voraussichtlich möglichst bald zurückgezahlt wird.

Der Dispokredit ist zwar formlos, aber die Zinssätze sind meist um einiges höher als die eines Ratenkredites. Daher macht der Dispokredit am meisten Sinn, wenn nur ein kleines Finanzloch oder auch eine kurze Zeitspanne überbrückt werden muss.

Der Privatkredit wird, wie der Name schon vermuten lässt, von einer Privatperson gewährt. Diesen sollte man bei mangelnder Bonität und/oder negativer SCHUFA in Erwägung ziehen, also wenn die Bank einem sowieso keinen Ratenkredit gibt.

Es ist sinnvoll, zuerst bei Bekannten, Freunden und Verwandten nach einem Kredit zu fragen, da diese meist keine oder moderate Zinsen verlangen und die Rückzahlungszeiträume dehnbarer als bei einer Bank sind. Wenn nun keiner der Besagten einen Kredit geben will oder kann, besteht die Möglichkeit, sich im Internet eine Privatperson zu suchen, die bereit ist, einen Privatkredit zu gewähren. Natürlich möchte auch dieser Kreditgeber Sicherheiten wie ein festes Einkommen oder einen Bürgen haben, damit die Rückzahlung des Kredites auf jeden Fall gewährleistet ist.

Vorsicht bei Vorkasse oder Versicherungsvorschlägen, hier könnte es sich um Abzocke handeln – erst muss der Kreditvertrag stehen, dann erst eventuelle Zusätze wie Versicherungen nach eingehender Prüfung unterschreiben.

Fazit:

Eine Kreditaufnahme ist nur dann sinnvoll, wenn man schnell an hohe Summen gelangen muss, die Konditionen passabel sind und die Rückzahlung des Kredites wirklich gewährleistet ist. Ansonsten kann sich die ganze Aktion zu einer riesigen Schuldenfalle entwickeln.

Und noch einmal sei vor Kredithaien gewarnt, die einem schnell Geld versprechen und bei mangelnder Liquidität ganz andere Seiten aufziehen.

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