Im Pfandhaus beleihen

Das Pfandhaus bietet eine gute Möglichkeit, ohne Eigenkapital sofort an Geld zu gelangen. Außerdem kann man die Sachen eventuell wieder zurückkaufen, wenn man bis zum Ende der vereinbarten Laufzeit genug Kapital beisammen hat. Das ist der entscheidende Vorteil im Vergleich zum Verkauf. Denn da sind die Gegenstände unwiederbringlich verloren.

Die Voraussetzungen für das Beleihen im Pfandhaus sind die Volljährigkeit, die vor Ort mit dem Personalausweis oder Reisepass belegt werden muss, und der Besitz der Pfandsache. Falls man nicht der Besitzer ist, braucht man zumindest eine Vollmacht des rechtmäßigen Besitzers.

Das nächstliegende Pfandhaus lässt sich mit Hilfe einer Pfandhausliste ermitteln. Oder vielleicht fällt die Wahl auf ein Pfandhaus, das etwas weiter weg ist als das nächste, weil man die Angelegenheit ein wenig diskreter behandeln möchte.

Es wird ein Pfandleihvertrag abgeschlossen, der laut Gesetz mindestens drei Monate Laufzeit haben muss. Diese darf auf Wunsch verlängert werden. Nach Vertragsabschluss wird dann eine Quittung ausgestellt, mit der das Pfand jederzeit bei genügender Liquidität wieder ausgelöst werden kann. Je nach Pfandhaus variiert der Kreditrahmen ganz drastisch zwischen 5€ und 100.000 €.

Verpfänden lassen sich normalerweise Wertgegenstände wie Diamanten, andere Edelsteine, Münzen, Perlen, Uhren und sonstiger Schmuck, der nicht ganz billig war. Aber auch Elektrogeräte wie Computer, Fernseher, Handys oder Kameras lassen sich verpfänden. Selten nehmen Pfandhäuser auch Autos oder Waffen entgegen. Vor dem vergeblichen Transport größerer Gegenstände zum Pfandhaus empfiehlt es sich, vorher einmal nachzufragen, ob sich der entsprechende Gegenstand dort überhaupt verpfänden lässt.

Der Wert des zu verpfändenen Gegenstandes wird im Pfandhaus von sachkundigem Personal geschätzt. In der Regel ist der Betrag des Kredites bis zu 50 % vom aktuellen Wert des Gegenstandes, kann aber auch wesentlich geringer ausfallen.

Die Kosten sind von der Höhe und der Laufzeit des Pfandkredites abhängig. Für jeden Monat Laufzeit werden 1 % Zinsen plus Gebühren berechnet. Die maximale Gebührenhöhe wird per Gesetz definiert und rechnet sich wie folgt:

Höhe des Darlehen monatliche Gebühr
5 € – 15 € 1,00 €
16 € – 30 € 1,50 €
31 € – 50 € 2,00 €
51 € – 100 € 2,50 €
101 € – 150 € 3,50 €
151 € – 200 € 4,50 €
201 € – 250 € 5,50 €
251 € – 300 € 6,50 €

Bei einem Darlehensbetrag über 300 € dürfen die monatlichen Gebühren laut Gesetz frei vereinbart werden, also hier auf jeden Fall die Konditionen vergleichen.

Das Pfandgut darf bei Vorlage der Quittung und Zahlung des Pfandkredites inklusive Gebühren und Zinsen jederzeit zurückgeholt werden. Kann der Verpfänder das Geld innerhalb der vorher festgelegten Frist nicht zurückzahlen, wird der verpfändete Gegenstand versteigert und bei Erfolg jeglicher Überschuss, also alles, was über die Schulden des Verpfänders hinausgeht, an diesen ausbezahlt. War die Auktion erfolglos, kann das Pfandgut verkauft werden, in diesem Fall erhält der Verpfänder kein Geld.

Fazit:

Das Pfandhaus ist wohl die beste Anlaufstelle, wenn man sofort Geld braucht. Der Preis für das schnelle Geld sind monatliche Gebühren und Zinsen sowie der eventuelle Verlust eines wertvollen Gegenstandes, den man vorübergehend im Pfandhaus lassen muss. Wer die gesetzlichen Voraussetzungen einer Pfandleihe lieber einmal nachlesen möchte, sollte das ruhig tun, um seriöse von unseriösen Pfandhäusern unterscheiden zu können.

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