Fahrradkurier

Als Fahrradkurier Geld zu verdienen ist in der heutigen Zeit vorwiegend in mittleren, in größeren sowie in Großstädten möglich. Fahrradkuriere führen Kleintransporte aus, die sie am Körper tragen oder am Fahrrad befestigt transportieren. In vielen Fällen handelt es sich dabei um einen Dokumententransport. Je dichter der Straßenverkehr in der Rushhour einer Großstadt ist, umso effektiver kommen die Fahrradkuriere zum Einsatz. Sie schlängeln sich buchstäblich zwischen den stehenden Fahrzeugen hindurch und sind dadurch deutlich schneller am Ziel. Für sie entfällt auch die Parkplatzsuche wie mit einem Pkw oder mit einem Kleintransporter. Mit dem Fahrrad fährt der Kurier direkt zum Eingang des Gebäudes am Zielort. Er stellt es dort verschlossen ab und verliert keine Zeit. Nach Abgabe der Kurierpost gegen Empfangsbestätigung führt er den nächsten Auftrag aus.

Der Job als Fahrradkurier ist ambitioniert und anstrengend. Der Kurierfahrer muss körperlich fit und konditionsstark sein. Darüber muss er sich in seinem Einsatzgebiet sehr gut auskennen. Das Navigationsgerät ist dabei eine wichtige Hilfe, zumal mit wenigen Eingaben die genaue Entfernung sowie die Fahrtdauer mit dem Fahrrad angezeigt werden. Das Fahrrad als Arbeitsgerät muss jederzeit funktionstüchtig sowie einsatzbereit sein. Abhängig von der Zahl an Aufträgen und der Entfernung zwischen den einzelnen Auftragsorten fährt der Fahrradkurier täglich mehrere hundert Kilometer.

Fahrradkuriere sind in aller Regel selbstständige Einzelunternehmer. Sie melden bei der Stadt-/Gemeindeverwaltung ihres Wohnsitzes ein Gewerbe an. Die Aufträge erhalten sie als Unternehmer von einer oder mehreren Kurierzentralen am Ort. Dort sind sie als Fahrradkurier registriert. Aus Sicht des Absenders der Kurierpost sind die Fahrradkuriere als Subunternehmer tätig. Originärer Auftragnehmer ist die Kurierzentrale, die ihrerseits den selbstständigen Fahrradkurier mit der Durchführung der Kurierfahrt beauftragt. Als selbständiger Unternehmer hat der Fahrradkurier auch die Möglichkeit, eigene Kunden zu akquirieren. Ein solches direktes Auftragsverhältnis entwickelt sich erfahrungsgemäß im Laufe der Zeit durch ein Vertrauen des Auftraggebers in die Zuverlässigkeit des Fahrradkuriers. Solche direkten Kurierfahrten werden deutlich besser bezahlt als die Subaufträge der Kurierzentrale. Die Anstellung als Kurierfahrer bei einem Arbeitgeber, zum Beispiel auf Minijobbasis, ist in der Branche nicht üblich.

Wenn der Fahrradkurier direkt eine Kurierfahrt durchführt, also nicht von der Kurierzentale beauftragt wird, dann beträgt sein Verdienst zwischen zwanzig und vierzig Prozent des Auftragswertes. Der Fahrradkurier kann seinen Verdienst frei aushandeln. Bei Subaufträgen der Kurierzentrale ist sein Verdienst deutlich niedriger, weil er um die anteilige Provision seines Auftraggebers gekürzt ist. Auch hier kann der Fahrradkurier seinen Verdienst aushandeln. Da er jedoch die Aufträge der Kurierzentrale zur Existenzsicherung benötigt, ist er in einer deutlich schlechteren Position; besten- beziehungsweise schlimmstenfalls muss er das nehmen, was er bekommt.

Als Unternehmer kann der Fahrradkurier sämtliche Ausgaben, die im direkten sowie mittelbaren Zusammenhang mit seiner Selbstständigkeit stehen, steuerlich geltend machen. Dazu gehören das Fahrrad als Arbeitsgerät, die spezifische Fahrradkleidung als Berufskleidung sowie die Fahrtkosten für die einzelnen Kurierfahrten. In der Praxis wird der Fahrradkurier in den ersten Jahren seiner Selbstständigkeit keine nennenswerte Einkommensteuer zahlen müssen. Seine Verdienstmöglichkeit ist durch den tagtäglich zeitlichen und körperlichen Einsatz letztendlich begrenzt. Da diese Berufstätigkeit mit ihrer Teilnahme am innerstädtischen Straßenverkehr nicht ungefährlich ist, sollte sich der Fahrradkurier bei der für ihn zuständigen Berufsgenossenschaft freiwillig unfallversichern. Die Beiträge richten sich nach seinem Jahresverdienst, wobei ein jährlicher Sockelbetrag als Beitragsuntergrenze durchaus moderat ist. Ein Sturz mit dem Fahrrad kann von einer auf die andere Sekunde geschehen. In einem solchen Falle ist es beruhigend zu wissen, dass alle notwendigen medizinischen Kosten, die nicht von der Krankenkasse bezahlt werden, über die Berufsunfallversicherung, oder aber über eine private Unfallversicherung, gedeckt sind.

Als Fahrradkurier lässt sich durchaus Geld verdienen, sofern der Kurier topfit, trainiert und witterungsresistent ist.