Als Babysitter arbeiten

Babysitten war in früheren Jahrzehnten ein beliebter Job für Mädchen und Teenager, um sich etwas Taschengeld zu verdienen. Das war damals so einfach wie unproblematisch. In der Regel kannte die junge Mutter aus ihrem Verwandten-, Bekannten- oder Freundeskreis in der näheren Umgebung ein nettes Mädchen, das Spaß am Babysitten, und darüber hinaus die notwendige Zeit in den Nachmittagsstunden hatte. Das Baby lag ruhig in seinem Bett oder Körbchen, und der Babysitter konnte währenddessen an den eigenen Hausaufgaben arbeiten. Bei Rückkehr der Hausfrau in den frühen Abendstunden wurde das Baby vom Babysitter an die Mutter übergeben. Die bezahlte den Babysitter in bar, und damit war der Vorgang erledigt.

Auch in der heutigen Zeit lässt sich mit Babysitten Geld verdienen. Art und Weise sind nahezu unverändert geblieben, und dennoch hat sich vieles geändert. Das liegt unter anderem an der Struktur der Familie, in der das Baby aufwächst. Die alleinerziehende und berufstätige Mutter sucht einen Babysitter nicht nur sporadisch für einige Stunden wöchentlich, sondern regelmäßig und durchgängig an allen Werktagen. Babysitten ist für den Babysitter zu einem verantwortungsvollen Job geworden. Mit der zunehmenden Stundenzahl des Babysitten wachsen auch die Anforderungen; das Baby muss versorgt, umsorgt, verpflegt und gepflegt werden. Damit ist die aufmerksame und willige Schülerin mangels Erfahrung und Kenntnis im Umgang mit einem Baby zwangsläufig überfordert. Die verantwortungsvolle Mutter muss also einen Babysitter suchen und finden, der seiner Aufgabe gewachsen ist. Wenn er diese Voraussetzung erfüllt, dann kann er auch einen dementsprechenden Stundenlohn erwarten. In dieser Situation kann mit Babysitten durchaus Geld verdient werden.

Der Babysitter kann sich selbst um eine Anstellung bemühen; er kann sich aber auch bei einer Agentur registrieren und von dort vermitteln lassen. Besonders in Großstädten und Ballungsräumen bieten Agenturen die Vermittlung von Babysittern an. Die Babyeltern als Auftraggeber wissen in vielen Fällen nicht, welche Person ihnen als Babysitter vermittelt, also zugeteilt wird. Das kann, muss aber keineswegs immer dieselbe oder diejenige sein, die von ihnen gewünscht wird. Hier muss eine starke Vertrauensbasis hin zur Agenturleitung bestehen, die ihrerseits den registrierten und vermittelten Babysittern vertrauen muss. Dieses Risiko wird dadurch vermieden, dass ein Babysitter persönlich ausgewählt und als solcher beschäftigt wird. Dieses direkte Auftragsverhältnis ist personenbezogen nach dem Grundsatz: Entweder dieser oder keiner.

Der Babysitter ist in beiden Fällen als geringfügig Beschäftigter auf der Minijobbasis bei einem monatlichen Höchstverdient von 450 Euro angestellt,; entweder bei den Eltern des Babys direkt, oder bei der Vermittlungsagentur. Für die Babyeltern ist der bürokratische Aufwand bei einem von der Agentur vermittelten Babysitter deutlich unaufwändiger. Sie erhalten eine Rechnung über die vereinbarte Leistung und bezahlen sie. Den Aufwand mit An-/Abmeldung bei der Minijobzentrale hat die Vermittlungsagentur. Den haben die Babyeltern dann, wenn sie ihren Babysitter selbst anstellen. Das ist auf jeden Fall auch deswegen preisgünstiger, weil die Vermittlungsgebühr für die Agentur entfällt. Der Verwaltungsaufwand mit An-/Abmeldung sowie mit der Abführung der monatlichen Beiträge an die Minijobzentrale ist überschaubar. Die damit verbundenen Kosten können im Einzelfall hier wie da als Betriebsausgaben steuerbegünstigt abgesetzt werden.

Der Babysitter selbst sollte in beiden Fällen Wert darauf legen, dass er bei der Minijobzentrale als Minijobber angemeldet wird. Dadurch ist er automatisch während seiner Arbeit als Babysitter unfallversichert, inklusive der Wegeversicherung. Die Kosten für diese Unfallversicherung übernimmt der Arbeitgeber; also die Agentur beziehungsweise die Babyeltern. Die Meldung zur Unfallversicherung geschieht von Amts wegen automatisch durch die Minijobzentrale.

Auch dann, wenn mit Babysitten die Verdienstobergrenze von 450 Euro nicht oder nicht immer erreicht wird, sollte der Babysitter auf die Registrierung durch seinen Arbeitgeber bei der Minijobzentrale nicht verzichten. Babysitten ist immer ein steuerpflichtiger Leistungsaustausch – sowohl für den Auftraggeber als auch für den Babysitter.